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Smart und grün – Wohnwelten 2020


Was kommt? Was bleibt? Was geht? Wir wissen schon heute, was morgen in ist! Technik-Gadgets sind unverzichtbar, recycelte Materialien beliebt und der Bauhausstil allgegenwärtig.
Ein Artikel von Susanne Rosenberger

Wohnen wie im Hochglanz-Magazin – wer möchte das nicht? Mit der richtigen Wandfarbe in den angesagten Meerestönen, einigen gewagten Akzenten und Statement-Möbelstücken sowie smarten Gadgets lässt sich groß auftrumpfen. Am allerwichtigsten ist und bleibt es aber, seiner Wohn-Personality treu zu bleiben und auf keinen Fall auf die Umwelt zu vergessen.

Outdoor-Kollektion „Ocean” aus Meeresmüll vom dänischen Möbelhersteller MATER Foto: © MATER

Outdoor-Kollektion „Ocean” aus Meeresmüll vom dänischen Möbelhersteller MATER
Foto: © MATER

Der Natur verpflichtet
Nachhaltigkeit ist derzeit wohl das weltbewegende Thema schlechthin – auch bei Möbeln, Wohntextilien, Böden und Küchen. Nachhaltig und ökologisch wohnen und einrichten bedeutet aber nicht nur, seine Lebensweise und sein Konsumverhalten zu überdenken, sondern beinhaltet mehr: Ressourcen schonen, Möbel bei regionalen Herstellern kaufen, Strom sparen und bewusster heizen mit modernen Heizsystemen. Natürliche Materialien wie Holz, Stein, Rattan, Bambus oder Flechtwerk sind beim Konsumenten beliebt. Im unmittelbaren Kontrast zu den glatten Oberflächen von elektrischen Geräten bringen sie ein Gefühl der Gemütlichkeit in den Wohnraum. Immer mehr Hersteller setzen auf nachhaltig produzierte Möbel, indem sie auf Ressourcenschonung, energieeffiziente Produktionsverfahren und kurze Transportwege achten. Anbieter wie TEAM 7, Birkenstock, Grüne Erde, ZANAT oder MATER entsprechen mit ihren Möbeln diesen Ansprüchen.
Bei Kunststoffen punkten recycelbare Rohstoffe und Bioplastik. Auch Recyclingmöbel stehen hoch im Kurs, so gesehen etwa beim dänischen Möbel- und Accessoire-Hersteller MATER, der mit „Ocean“ eine Möbelserie aus recycelten Fischernetzen fertigte, um die Verschmutzung der Weltmeere zu minimieren. Ein Schrank aus alten Zeitungen („Newspaper Wood“ von Vij5), ein Teppich aus Mineralwasserflaschen („Rope“ von Ligne Roset) oder eine Liege aus Korkabfällen („Cortica“ von Daniel Michalik) – alles wird recycelt und wiederverwertet. Designer leisten damit einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz und machen aus Industrieabfällen, Altholz oder Meeresmüll interessante Recyclingmöbel.

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Fotos: © MIELE; IMM; 101CPH; obs/IKEA Deutschland GmbH & Co. KG/© Bernd Wackerbauer

Bauhaus & Art déco

Foto: FollowTheFlow - stock.adobe.com

Foto: FollowTheFlow – stock.adobe.com

Denken wir uns 100 Jahre in die Vergangenheit: Das Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius als Kunstschule für Architektur, Kunst und Design in Weimar gegründet und setzt bis heute wichtige Akzente in den Bereichen Avantgarde und Klassische Moderne. Traditionsunternehmen wie Thonet setzten im Jubiläumsjahr 2019 auf Re-Editionen. Viele Labels entwarfen eigene Bauhaus-Kollektionen oder kreierten bestehende Modelle wie Teppiche, Vasen, Leuchten oder Hocker in limitierten Sonderlackierungen. Solche Möbel und Accessoires in reduzierter Formensprache, organische Silhouetten und Metallic-Akzente bleiben uns auch 2020 weiterhin erhalten.
Art déco war ein großer Trend auf der diesjährigen Herbstmesse von Maison et Objet in Paris und lässt die Zeit um 1900 neu aufleben. Gold wird bei diesem verschnörkelten Stil mit satten Farben wie Petrol, Senfgelb oder Weinrot kombiniert. Schwere Stoffe wie Samt prägen die Textilien von Sofas, Hockern und Kissen. Florale Muster und Pfauenfedern-Dessins zieren Textilien und Accessoires. Opulente Leuchten schaffen eine einladende Atmosphäre. Der Art-déco-Stil hat sich ein Revival mehr als verdient und schafft in Kombination mit modernen Stilelementen aufregende Gestaltungsmöglichkeiten!
Aktuell feiert ein weiterer Klassiker aus dem 19. Jahrhundert sein Comeback: das Wiener Geflecht. Das Flechtwerk aus Schilfrohr kam damals vor allem in Wiener Kaffeehäusern an Stühlen zum Einsatz und erhielt so seinen Namen. In seiner Neuauflage setzt das Wiener Geflecht Betten, Schränke, Stühle oder Paravents in Szene und wird mit trendigen Farben kombiniert.

Smart Living
Auf der 59

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. IFA (Internationale Funkausstellung), der weltweit größten Messe für Consumer Electronics und Home Appliances, wurden im September in Berlin alle Highlights und Trends aus dem Technik-Bereich präsentiert. Knapp 2.000 Aussteller zeigten ihre Konzepte und Ideen der Zukunft, bei denen heuer Künstliche Intelligenz und Sprachsteuerung für den Wohnbereich im Fokus standen. Zu den Top-Neuheiten zählten neben Smartphones und Smart TVs – etwa dem aufrollbaren Fernseher von LG oder dem IMAX-Fernseher von Sony – die Vernetzung intelligenter Haushaltsgeräte.
Der Hersteller Miele präsentierte eine schwebende Umluft-Dunstabzugshaube, deren Lüftung via App gesteuert wird und die zusätzlich zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit über eine Beduftungsfunktion verfügt: Die Küche kann auf Wunsch nach Orange, Minze oder frisch gebackenen Croissants duften. Die Aura 4.0 Ambient von Miele ist ein Eyecatcher der besonderen Art, der vielmehr an eine Designerlampe als an eine herkömmliche Dunstabzugshaube erinnert. Weitere hilfreiche Assistenten für die Küche: Mit der Technologie „FoodView“ lässt Miele über das Smartphone in farbechten Bildern in HD-Qualität in den Backofen blicken
. Hat der Koch beim Öffnen des Backofens keine Hand frei, öffnet der Dampfbackofen iQ700 von Siemens mit Sprachsteuerung die Tür.
Bei den Waschmaschinen und Trocknern der Zukunft soll es nur noch einen einzigen Knopf geben: den Startknopf. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz wiegen die Geräte die Wäsche, wählen das richtige Programm und dosieren das Waschmittel. Bosch stellte auf der IFA seinen Prototypen „Concept“ vor. Auch LG setzt mit der „TWINWash“ auf intelligente Waschkraft und revolutioniert das Zeitmanagement der Hausfrauen, indem mit nur einem Waschgang zwei unterschiedliche Wäschearten in zwei Waschfächern gewaschen werden. Bei Siemens spricht der Wäschetrockner iQ 800 mittels Online-Vernetzung mit der Waschmaschine über das gewählte Waschprogramm und die verbliebene Feuchtigkeit. Der Trockner reinigt zudem das Flusensieb von selbst und entknittert die Wäsche wie ein Dampfbügeleisen.

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Fotos: IMM; mihalis_a – istockphoto.com; home24

Neue Wohnbedürfnisse
Die steigende Anzahl von Tiny Houses und Mikro-Appartements in urbanen Räumen erfordert neue ausgeklügelte Lösungen, um den Alltag effizienter und komfortabler zu gestalten
. Möbel sind zunehmend stapel- oder klappbar, multifunktional und modular einsetzbar
. Um Platz zu sparen, werden Tischleuchten und Beistelltische mobil gebraucht und flexibel von einem Raum zum anderen verschoben. Digitale Elemente und Technik werden neuerdings in Einrichtungsobjekte integriert, so etwa bei der neuen Speaker-Serie Symfonisk von Ikea: eine stylische Tischleuchte mit eingebauten Lautsprecherboxen. Modulare Möbel nach Baukastensystem können blitzschnell umfunktioniert werden und jederzeit auf neue familiäre Bedürfnisse eingehen. Dieser Trend nach mobilen Lösungen geht so weit, dass Outdoor-Möbel durch neue Textilien und durchdachtes Design zu wahren Allround-Talenten avancieren und auch für Innenräume immer attraktiver werden.

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Foto: svetlichniy_igor – stock.adobe.com

Im Farbenrausch der Meere
Im Jahr 2020 sind die Trendfarben bestimmt vom Leben am Meer. Pastelltöne in Aqua, Türkis oder Lagunengrau stehen im Mittelpunkt. Aber auch sehr dunkle, metallisch schimmernde Blautöne und verwaschene Nuancen in Grün sind angesagt. Für das Farbinstitut Pantone sind diese Farben ein Symbol für unsere Gesellschaft, in der Umweltschutz, nachhaltige Ressourcen und das Bewusstsein für unsere Natur eine große Rolle spielen.
Auch das schwedische Farbinstitut Natural Colour Academy hat „Bewusstsein“ als Motto für das Jahr 2020 gewählt und setzt diesen Trend in Erdfarben und weichen Grautönen um. Zudem wird auf den gesellschaftlichen Trend der smarten Haustechnologie eingegangen, die immer mehr unser Leben verändert.
Die neuen Farbtrends für 2020 zeigen daher eine gelungene Bandbreite zwischen Meeresfarben, Hightech-Tönen und wohnlichen Nuancen.
Der Pastellton Neo Mint – ein geeister Minzton, der modern, futuristisch und zugleich positiv wirkt – wurde vom Trendinstitut WGSN zum Sommerton des Jahres 2020 erklärt und passt besonders gut in junge Raumkonzepte.

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Fotos: © MATER; IMM

Zeit für ein Revival…

Ovale Möbel: Sitzmöbeln geht es wieder an die Nieren: Sofas, Polsterbänke und Daybeds zeigen elegante Kurven. Ganz ohne Ecken und Kanten überzeugt die Form eines Ovals oder einer Ellipse auch bei Möbeln wie Couchtischen, Spiegeln oder Schränken.

Korbgeflecht: Korb, das Material aus den 70ern ist zurück und bringt den Spirit des Sommers in unser Zuhause.

Die gute alte Auslegeware kommt wieder in Mode und überzeugt durch Gemütlichkeit und gute Raumakustik.

Bei den Materialien punkten neben dem Dauerbrenner Samt „griffige“ Stoffe wie Bouclé, Chenille und Schaffell. Egal ob an Lounge Chair, Pouf, Sofa, Kissen oder Decke – Hauptsache weich und gemütlich.

Handwerkskunst statt Massenware: Langlebige Materialien wie Holzschnitzereien, mundgeblasenes Glas oder handgefertigte Keramiken überzeugen.

Trockenblumen bzw. Kunstblumen in Trockenoptik tauchen derzeit allerorts auf, in Wohnreportagen, Instagram-Posts und auf Messeständen. Praktisch, weil sie nicht gegossen, sondern nur abgestaubt werden müssen.

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Foto: marina_dikh – stock.adobe.com; KatarzynaBialasiewicz; runna10; ExperienceInteriors – istockphoto.com

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