Stimmer_tennengau_verkaufsflaechen

Verkaufsflächen: Hallein zieht Konsequenzen

Der Europark darf nicht ausgebaut werden und das spaltet die Gemüter. Derweilen hat man im nicht weit entfernten Hallein ganz andere Sorgen: leerstehende Geschäfte, eine bescheidene Tourismus-Intensität und ein Pflaster zum Haxen-Brechen. Das soll sich jetzt ändern.

Hallein ist mit rund 20.000 Einwohnern nach Salzburg die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes. Und das wird sich auch nicht so schnell ändern: Mit einem Bevölkerungszuwachs von 10,8 Prozent ist die Tennengauer Bezirkshauptstadt in den letzten zehn Jahren rasant weiter gewachsen. Mit der Bevölkerung sind auch die Verkaufsflächen gestiegen. Besonders Fachmarktzentren haben sich in Hallein angesiedelt. Das Problem: Der Großteil der Verkaufsflächen liegt außerhalb des Zentrums.  Der große Verlierer ist die Halleiner Altstadt – nur 22 Prozent des Gesamtumsatzes werden hier erwirtschaftet. Die Anfang des Jahres veröffentlichte CIMA-Studie zeigt außerdem, dass Hallein nur zwei Drittel seiner lokalen Kaufkraft halten kann. Die Halleiner Bevölkerung nutzt die Angebote vor Ort also deutlich weniger, als dies in anderen Bezirken der Fall ist. Roland Murauer von CIMA Austria gibt jetzt jedoch Entwarnung: „65 Prozent Eigenbindung lassen mich zwar nicht vor Euphorie jubeln, bedenkt man aber die enorme Konkurrenzsituation der Stadt Salzburg ist das Ergebnis annehmbar“, erklärt er. Murauer ist Autor der umstrittenen Europark-Studie und berät nun auch die Halleiner Politik.

Hallein: Einkaufszentrum der Zukunft?

Mit einem neuen Stadtmarketing soll die Halleiner Innenstadt nun zu neuem Leben erweckt werden. Die neue Plattform wird zu einem gemeinsamen Projekt der Stadtgemeinde, des Tourismusverbandes und des Vereins „Gemeinsam für Hallein“. Das Ziel ist ambitioniert: Hallein soll zum Einkaufszentrum der Zukunft werden. Neue Geschäfte sollen die Leerflächen in der Altstadt füllen. Dabei will man auf Qualität und persönliche Beratung, statt auf Quantität setzen, erklärt Willi Grundtner, Obmann des Tourismusverbandes.

Eines der zentralen Vorhaben ist die Neugestaltung der Altstadt. In mehreren Bauphasen wird man bis Mitte 2017 das berühmt-berüchtigte Kopfsteinpflaster los werden. Unter dem Motto „Leben findet InnenStadt“ arbeitet ein Team an Architekten außerdem daran, Hallein wohnlicher und attraktiver zu machen. „Hallein hat jetzt die Chance, anders zu sein. Die CIMA-Studie hat uns bestärkt, dass es noch viel zu tun gibt“, sagt Grundtner.

Alle Beiträge aus Aktuelles


Facebook Icon