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Shopping in the City

Die neuen Kleinwagen werden zunehmend als City Flitzer verstanden und konzipiert. Viele sind zweckorientiert, manche beanspruchen Kultstatus, und wieder andere stellen die Umweltfreundlichkeit in den Vordergrund. Und einige sind durchaus auch für die Landstraße ein Hit. Ein Ein- und Ausblick.

In Österreich gilt der Puch 500 als Urmeter der Kleinwagen und er ist als Fiat 500 in der modernen Form ein Bestseller, der das klassische Bild eines Stadtflitzers darstellt. Er hat auch, wenngleich schon einige Jahre am Markt, nichts an seiner Attraktivität eingebüßt, zumal der Fiat-Konzern immer wieder neue Varianten vorstellt – zuletzt auch als 500L, ein Großraum-Einkaufswagerl quasi. Die neueste Power-Version „595“ mit 180 PS kommt gerade zu den Händlern und wird wohl eher einige PS-Fetischisten der jüngeren Generation ansprechen. Da fällt kaum auf, dass der Panda als eher praktischer Vertreter der Kleinwagenklasse ebenfalls aus Italien kommt und sogar mit Vierradantrieb zu bekommen ist – für die steile Garagenzufahrt im Winter vielleicht? Jedenfalls auch gut für die kleine Parklücke und ein bisschen dezenter!

Kult und klein

Ein weiterer typischer Kult-Untersatz ist jenes Auto, das den Namen als Programm trägt und gerade in modifizierter Basis-Form und nicht mehr ganz so klein in die Auslagen kommt – der Mini. Dieses Vehikel ist sowohl für die Stadt wie auch für das Kurvengeschlängel zwischen den Dörfern ein Genuss, auch, weil hier Komfort und Fahrspaß in fast idealer Weise kombiniert sind.  Die platzsparendste und extremste Form eines City Flitzers kommt von Mercedes – besser gesagt von Smart, der in seiner bestehenden Form schon seit Jahren kaum verändert ist und auch in der nächsten Entwicklungsstufe seinen minimalistischen Charakter samt exklusiven Anspruch kaum aufgeben wird. Über die nächste Generation des Smart wird derzeit noch spekuliert, dass es eine Kooperative mit einem anderen Hersteller geben wird, ist anzunehmen. Die Zukunft bedeutet feine Kleinheit.

Elektrisch leise

Für die beschworene Umweltfreundlichkeit wird bei vielen Herstellern Neues konzipiert und auf Pneus gestellt, momentan am radikalsten und exklusivsten wahrscheinlich von BMW. Der i3 ist vielleicht nicht ganz so klein, aber ganz konsequent als elektrisch betriebenes Fahrzeug samt Fahrspaß konstruiert. Die äußere Hülle verspricht Platz, auch für den großen Einkauf, und die Kraft des Antriebs lässt an der Ampel so manchen Sportwagen herkömmlicher Art verblassen. Ganz gegensätzlich benimmt sich der kleine VW up! aus der Großserie mit Elektromotor, der kaum mit Temperament punktet aber dafür etwas preiswerter ist. Ähnliche Eigenschaften weist der Zoe von Renault auf, der zwar auch kein Billigauto ist, dafür aber mit einer besonders großen Reichweite brilliert. Ein praktisches Elektrovehikel für den Alltag also.

Masse mit Klasse

Die Mehrzahl kleiner und besonders auf den Stadtverkehr ausgerichteter Autos wird immer noch mit konventionellen Antriebsaggregaten gebaut, wobei hier auch die meist hubraumschwachen Motoren für sehr sparsame Fortbewegung sorgen. Die kommende Neuauflage des Mazda2 kann als gutes Beispiel gelten. Mit dem neuen Markengesicht versehen, wird er nicht nur optisch pfiffig, sondern auch durch die Skyactive-Motorentechnik agil bei geringem Spritkonsum. Besonders preiswert hinsichtlich Anschaffung, aber dennoch mit ausreichend Platz und Komfort ausgestattet, sind die Kleinen von Suzuki, der Alto, der Kia Picanto und insbesondere der neu aufgelegte Hyundai i10. Da sind sogar Features aus höheren Klassen drinnen. Unprätentiöses Einkaufen mit einem Hauch Oberklasse. Im Herbst wird der Peugeot 108 wieder als Kooperationsresultat mit Toyota (Aygo) und Citroen (C1) den Markt beleben – attraktiver als zuvor und sicher auch innen deutlich aufgewertet. Der Renault Twingo – einst ein Trendsetter in der Kleinwagenklasse – tritt ebenfalls in der zweiten Jahreshälfte mit neuem Outfit gegen die Konkurrenz an und soll mit Dreizylindermotoren und aufgefrischten Kulleraugen an den Erfolg früherer Jahre anschließen. Das kleinste Modell von Opel, der Adam, wird in Zukunft wohl den Weg des Erfolgs durch neue Modellvarianten und Ausbaustufen weitergehen. Im Herbst als Crossover in Richtung Mini-SUV.

Bestehende Werte

Dass auch Kleinwagen, die schon länger unser Straßenbild beleben, nicht langweilig sind, das beweisen etwa der Alfa Mito oder der kleine Honda Jazz, aber auch der Suzuki Swift, der Nissan Micra oder der Ford Fiesta können sich in der Parklücke vor der Stadtboutique sehen lassen. Der Skoda Citigo wie auch der Seat Mii sind ähnlich motorisiert, lediglich billigere Ausgaben des Konzernbruders VW up!, aber deshalb genauso fesch im Großstadtstau. Ein Geheimtipp für Ästheten ist immer noch der elegante Lancia Ypsilon, der als kleinerer Rest der ehemals so schönen italienischen Marke noch immer als Designikone dasteht.

René Herndl

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