„Salz und Kelten sind für Hallein nicht genug“

Silke-Schlick

„Salz und Kelten sind für Hallein nicht genug“

Mit 80.000 Nächtigungen pro Jahr ist der Tourismus in Hallein relativ bescheiden. Zusätzlich hatte der Tourismusverband jahrelang mit Führungsproblemen zu kämpfen. Seit kurzem ist Silke Schlick die neue Geschäftsführerin. Im Interview erzählt sie von ihren Plänen für Hallein und warum sich die Bezirkshauptstadt neue Wege suchen muss.

Frau Schlick, Hand aufs Herz: Wie geht es dem Halleiner Tourismus?

„Dank des schönen Wetters war der heurige Sommer sehr erfolgreich. Unser größter Markt ist eindeutig der Gesundheitstourismus durch die Kurangebote am Dürrnberg und in Bad Vigaun. Das wird auch immer wichtiger. Trotzdem sind wir, gemessen an den Nächtigungen, natürlich keine Tourismus-Hochburg.“

Welche Probleme gilt es jetzt zu bewältigen? Wie eine Studie im Frühjahr gezeigt hat, ist ja vor allem in der Altstadt die Kaufkraft mit einer Bindung von nur 65 Prozent nicht gerade prächtig.

„Wir führen dieses Jahr noch den Kelten-Euro ein, das ist ein Gutschein für die Halleiner Geschäfte. Damit wollen wir die Kaufkraftbindung wieder steigern. Die Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, uns klar zu werden, für was wir als Stadt stehen.“

Und wofür steht Hallein?

„Hallein steht für mich für Vielfalt, Hallein kann aber auch ein Standort sein, wo man Sachen ausprobieren kann. Die Stadt steht aber auch für viele Kulturen, die hier zusammenleben, was oft auch als Nachteil empfunden wird, obwohl das im Grunde nur ein Vorteil sein kann.“

Macht es noch Sinn, Hallein als Kelten- und Salzstadt zu vermarkten?

„Dass Salz und Kelten alleine genug sind, das glaube ich nicht. Hallein kann noch viel mehr sein. Ein Problem ist auch, dass das Bild der Stadt so unscharf ist. Bei einer Befragung haben über 40 Prozent gesagt, Hallein habe kein klares Image. Das ist ein Problem. Auch das Thema Industrie ist längst erschöpft. Hallein muss sich neue Wege suchen“.

In den letzten Jahren hat sich in Hallein eine junge, kreative Szene etabliert. Beispiele sind die „Schmiede“ oder das Projekt „Creativity Rules“. Kann aus einer ehemaligen Industriestadt eine Stadt der Kreativen werden?

„Das Potential ist auf jeden Fall da. Es gibt auch großes Interesse, vor allem in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule in Puch-Urstein, Hallein zur Kreativstadt zu machen. Jetzt gilt es aber, noch mehr Angebote zu schaffen, zum Beispiel um Start-Ups zu fördern.“

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