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Das einzige Handicap ist die Finanzierung

Golfbegeisterte könnten in Zukunft in ungewohnter Höhe ihr Handicap verbessern. Die Tennengauer Gemeinde Sankt Koloman plant, eine 9-Loch-Golfanlage mit Panoramablick zu errichten. Der größte Stolperstein könnte aber die Finanzierung sein.

Die Landschaft in Sankt Koloman ist wie geschaffen für einen Golfplatz“, erklärte Altbürgermeister Christian Struber bei der offiziellen Projektvorstellung Ende August. Schon Anfang der 1990er Jahre entstand sein „Gedankenbaby“, in der 1600-Seelen-Gemeinde eine Golfanlage zu errichten. Im Jahr 2005 wurden die Gespräche dann konkret. Aus den Startlöchern kam das Projekt aber lange nicht: Mit einer Baubewilligung hätte man ursprünglich schon 2011 gerechnet. Jetzt soll es aber ernst werden. Ende Oktober wurden die Pläne zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht. Mit einem Ergebnis ist  ab Herbst nächsten Jahres zu rechnen. Der amtierende Bürgermeister Willi Wallinger zeigt sich zuversichtlich: „Ich bin guter Dinge, dass wir die Genehmigung bekommen.“ Läuft nun alles nach Plan, könnte der erste Abschlag am neuen Golfplatz bereits 2017 stattfinden. Geplant ist eine rund 60 Hektar große 9-Loch-Golfanlage mit Blick über das Tennen- und Hagengebirge. Außerdem soll es eine Übungsanlage mit Driving Range und ein Panoramarestaurant geben. Konkrete Pläne für den Golfplatz liegen schon lange vor. Die wohl größte Hürde wird aber die Finanzierung sein: Nach Investoren für den rund fünf Millionen Euro teuren Bau wird noch gesucht. „Es gibt schon Anfragen, aber noch nichts Konkretes. Wenn wir die Umweltverträglichkeitsprüfung bestehen, haben wir aber bessere Chancen“, erklärt Bürgermeister Wallinger. Bis dato wurden bereits 450.000 Euro in das Projekt investiert. Mögliche Gegner der Golfanlage hielten sich bislang noch im Hintergrund. Die Bürgermeister der Nachbargemeinden sowie einige Wirtschaftstreibende stehen geschlossen hinter den Sankt Kolomaner Plänen. Zur Vorsicht mahnte bei der offiziellen Projektvorstellung aber Leo Bauernberger vom Salzburger Land Tourismus: „Gebaut ist schnell mal etwas. Man darf aber nicht vergessen, dass ein Golfer im Durchschnitt 300 Euro pro Tag ausgibt.“ Eine weitere Hürde ist also die fehlende touristische Infrastruktur in Sankt Koloman. Mit 17.000 Nächtigungen im Jahr ist die Gemeinde derzeit noch eine „touristische Micky Maus“, wie es Altbürgermeister Christian Struber formulierte. Um sicherzustellen, dass das Projekt dennoch touristisch erfolgreich sein kann, wurden Experten vom Studiengang „Innovation und Management im Tourismus“ von der Fachhochschule Salzburg mit an Bord geholt. Geplant ist zum Beispiel eine touristische Winternutzung der Golfanlage in Form von Pferdekutschenfahrten und einer Langlaufloipe. Ein nächster Schritt könnte die Errichtung eines hochwertigen Golfhotels sein. Die Gespräche darüber sind noch am Laufen.

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