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Freizeitschätze im

Von Puch bis Annaberg-Lungötz lassen sich im gesamten Tennengau viele versteckte Plätze entdecken. Ob für Abenteurer, Romantiker oder Kulturfans – das Angebot an Freizeitaktivitäten kann sich sehen lassen. Vielen Tennengauern ist gar nicht bewusst, was man vor der eigenen Haustüre alles erleben kann.

Alles aufsitzen!

Fast lautlos fallen die weißen Flocken vom Himmel, der Duft von Glühwein und Zimt liegt in der Luft, und das gleichmäßige Traben der Pferde sorgt für die passende Hintergrundmusik. Was wie der Höhepunkt eines Hollywoodfilmes klingt, wird im Bluntautal bei Golling zu einem realen Erlebnis. Romantiker können sich hier auf einer Pferdekutsche durch die Wälder chauffieren lassen und dabei die Naturidylle mal auf eine ganz neue Art und Weise erleben. Sowohl im Winter, als auch im Sommer bieten Familie Kaindl und Familie Kronreif aus Golling die Pferdekutschenfahrten an. Wer der Romantik noch eines oben drauf setzen will, kann sich auch für eine Hochzeitsfahrt oder eine Fackelfahrt entscheiden.

Morgens, bei Sonnenaufgang…

Guten Morgen! Hier wird das Aufstehen wirklich zum Vergnügen. Hoch über Annaberg thront der Gasthof Winterstellgut mit einer atemberaubenden Aussicht auf den Gosaukamm samt majestätischer Bischofsmütze. Man muss hier nicht übernachten – obwohl das auch seinen Reiz hat – um das herrliche Frühstück nach Reservierung zu genießen: In verschiedenen, geschmackvollen Gängen und fast ausschließlich aus regionalen Zutaten, manche gleich hinter dem Haus gepflückt und zu köstlichen Marmeladen verarbeitet, vom Nachbarbauernhof geholt und zur lockeren Eierspeise verwandelt, frische Milchprodukte sowieso und noch so manches Schmankerl – Küchenchef Erwin Wehrlberger und sein Team lassen keine Wünsche offen, köstlich, schaumiger Cappuccino inklusive. Sofern es das Wetter an lauen Tagen erlaubt, wird zusammengepackt: Dann geht es mit Picknickdecke und -korb hinaus zum hofeigenen Naturteich, wo man mit einem Glas Sekt den neuen Tag begrüßt…

Riesen im Wald

Kennen Sie schon den „Lammertaler Wächter“? Ein stattlicher Kerl und echter Naturbursch! Mit seinen 48 Metern und rund 300 Jahren ragt diese Tanne hoch auf – was im Lammertaler Urwald gar nicht so selten ist. Denn in diesem rund 10 Hektar großen Naturreservat stehen nur Fichten, Tannen, Buchen und Lärchen von außergewöhnlichen Dimensionen. Dort, wo die Lammer, die einem ganzen Tal ihren Namen leiht, entspringt, geht es in einer gemütlichen Wanderung hinauf Richtung Spießalm, die bis Mitte September eine willkommene Einkehr bietet. Von der Spießalm geht es noch eine gute halbe Stunde hinauf zu den imposanten Hölzern. Die günstige Hanglage, die klimatischen Bedingungen sowie die ausgezeichnete Bodenbeschaffenheit ließen im Lammertal die höchsten Bäume Österreichs heranwachsen. Da der Wald seit jeher die Schutzfunktion gegen Lawinen für die darunter liegenden Bauernhöfe darstellt, wurde der Bestand auch nie forstlich genutzt.

Tosende Wasser

Rund drei Kilometer vom Zentrum Golling entfernt trifft man im Ortsteil Torren („torren“, romanisch: tosender Wildbach) wohl auf eines der attraktivsten und romantischsten Naturdenkmäler des Salzburger Landes. Der Gollinger Wasserfall, nahe der sehenswerten spätgotischen Wallfahrtskirche „St. Nikolaus“ mit seiner barocken Innenausstattung, tost in zwei Fallstufen beeindruckende 76 Höhenmeter zu Tal. Der seitlich vom Schwarzenbach ausgebaute Weg führt nach einem steileren Aufstieg über eine romantische Holzbrücke zum Ursprung des Schwarzenbaches. Unterhalb des Wasserfalls entdeckt der Wanderer einen Obelisk, welcher an den Naturfreund und Domherr von Salzburg, Ernst von Schwarzenberg, erinnert, durch dessen Initiative der Gollinger Wasserfall Anfang des 19. Jahrhunderts für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Vom kostenlosen Parkplatz aus in rund 20 Minuten zu erreichen, von Anfang Mai bis Ende Oktober ist der treppenartige Weg zum Wasserfall begehbar.

Mach deinen eigenen Käse!

Seit dem Jahr 2000 führt Niki Rettenbacher den Fürstenhof in Kuchl aus tiefster Überzeugung als ganzheitlichen Biobauernhof. Die Milch der Kühe wird täglich frisch verarbeitet – in guter alter Handarbeit. Wie wird Käse eigentlich hergestellt? Welche Schritte braucht es von der frischen Milch bis zum fertigen Produkt? Im Käsekurs beim Fürstenhof bekommt jeder Interessierte einen blankpolierten Kupferkessel und los geht es! Insgesamt drei bis vier Stunden dauert der Käsekurs. Dabei wird aber nicht nur auf die richtige Temperatur geschaut, gerührt und geschnitten: In der Hofführung erfahren die Kursteilnehmer wissenswerte Informationen inklusive Streicheln der Kälbchen und im Preis inbegriffen ist auch eine köstliche Jause vor Ort. Als Belohnung erhalten die Käser nicht nur ihren ersten selbst gemachten Bio-Frischkäse zum Mitnehmen, sondern auch ein Zertifikat, das sie als Salzburger Almsommer-Käser auszeichnet.

Geschichte hautnah erleben

Das im Juli 2014 neu eröffnete Keltendorf Salina am Dürrnberg ist Teil des neuen Konzepts der Wissensvermittlung mit allen Sinnen. Durch die neu erzeugte Interaktivität schafft es Salina, Kinder für die regionale Geschichte des Salzburger Landes zu begeistern. In jeder Hütte im Dorf erfahren große und kleine Besucher Interessantes über das Leben der Kelten, die hier vor 2.500 Jahren lebten. Die Wissensvermittlung erfolgt auf fünf Ebenen: Neben der atmosphärischen Beschallung, also den Geräuschen, gibt es lebensgroße Illustrationen, Infotafeln mit Texten und einen Audioguide. Dazu gibt es genügend Requisiten zum Mitmachen – wie eine Mühle testen, an einem Webstuhl weben, Kräuter mahlen oder einen Helm aufsetzen – die Kindern Wissen mit Spaßfaktor vermittelt. Mit dem Ticket für die Salzwelten Hallein ist der Eintritt in das neue Keltendorf und dem Keltenmuseum in Hallein kostenlos. Außerdem bietet das Keltenmuseum in Hallein kindgerechte Sonderführungen an.

Skitour mit Aussicht

Der Gerzkopf will bezwungen werden: Die Tour auf diesen schönen Aussichtsberg startet in Lungötz, Neubachtal, am Parkplatz neben dem Gasthof Wieseralm. Über das Feld geht es rund 350 HM hinauf, bis der Weg rechts in ein Waldstück mündet. „RespekTiere deine Grenzen“: Der Tourengeher verhält sich ruhig im Wald und weicht nicht von der bereits vorhandenen Spur ab, um dem Wild nicht unnötigen Stress zu verursachen.

Nach weiteren ruhigen 600 HM erreicht man das Naturschutzgebiet, bevor sich der Blick auf das Plateau vor dem Tourengeher weitet. Noch gute zehn Minuten geht es nun gerade weiter, bis man den Gerzkopf mit seiner Glocke und dem Gipfelkreuz erreicht hat. Hier wartet bereits ein wunderbarer Rundumblick auf Stuhlgebirge, Tennengebirge, Hohe und Niedere Tauern. Achtung: Auch diese Tour immer erst nach sorgfältigem Sicherheitscheck und Einholen der Wetter- und Lawinensicherheit beginnen!

Kabarett und Musik

Sachen zum Lachen als Aperitif: In Bad Vigaun werden den Gästen neben schmackhaften kulinarischen auch kulturelle Leckerbissen serviert. Seit Jahren schon, genauer gesagt, in der 15. Saison, kommen namhafte Kabarettisten aus Nah und Fern zum Gasthof Langwies, um dort im gemütlichen Gastgarten außergewöhnliche Wort- und Musikkabaretts zu bieten. So machen neben den Querschlägern auch Fritz Egger oder Hans Well, Ex-Biermösl Blosn, mit seinen erwachsenen Kindern in der Formation „Wellpappn“ im gemütlichen Landgasthof Station. Apropos Querschläger: Sänger Fritz Messner tritt gemeinsam mit Manfred Baumann und Peter Blaikner ebenfalls immer wieder gerne in Bad Vigaun auf, mittlerweile mit einem „Best of“ aus ihrem erfolgreichen Kleinkunstprogramm. Beim Langwieswirt, ausgezeichnet als „Musikantenwirt“,  finden außerdem regelmäßig am letzten Montag im Monat Sänger- und Musikanten-Stammtische statt.

Nachtflug durch die Schlucht

Der Nightflight mit dem Flying Fox durch die Salzachöfen kann durchaus als kleine Sensation beschrieben werden: Wie auch tagsüber geht es mit der geführten Tour in die hintersten Winkel dieses mitreißenden Naturdenkmals, jedoch ist diese Welt bei Nacht geprägt vom flackernden Licht der Fackeln und Feuerschalen, von unheimlichen Geräuschen und dem Schattenspiel der Felswände, dicht über den tosenden Fluten der Salzach. Die mächtige Felskathedrale mit bizarren Lichtspielen und Musik verspricht bereits „Gänsehautfeeling“ – und danach geht es mittels Nightflight in die pechschwarze Nacht. Unten das Grollen des reißenden Gebirgswassers – in weiter Ferne der schwache Schein einer Laterne… jeder Lichtstrahl, jedes einzelne Geräusch wird intensiver wahrgenommen, als irgendwo sonst. Während der Wintertage findet diese exklusive „Zeitreise“ mit Flying Fox bei völliger Dunkelheit statt. Treffpunkt ist der Gasthof Pass Lueg. (Nur nach Voranmeldung möglich!)   

Sylvia Schober

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