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Eine Buckelpiste in die Zukunft

Das erste Mal seit 15 Jahren fand der Freestyle Ski-Europacup wieder in Österreich statt. 100 Athleten aus 15 Nationen bezwangen dabei die Buckelpiste im Skigebiet Gaissau -Hintersee. Buckelig ist allerdings auch die wirtschaftliche Situation des Skigebietes. Im Frühjahr 2014 standen die Bergbahnen bereits kurz vor der Schließung. Durch den Europacup soll das Skigebiet wieder in das Licht der Öffentlichkeit gerückt werden. Außerdem planen die neuen Besitzer zahlreiche Modernisierungen.

Es war eine buckelige Fahrt für die Teilnehmer beim Auftakt des Freestyle Ski-Europacups in Gaissau – Hintersee, aber natürlich eine gewollte. Jene „Buckelpiste“ hingegen, die das Skigebiet selbst in den letzten Jahren überwinden musste, war geprägt von wechselnden Eigentümern und finanziellen Schwierigkeiten. Bis 2011 gehörte die Gaissauer Bergbahn GmbH zu den Saalbacher Bergbahnen. Weil das Geld für Investitionen fehlte, war die Zukunft des traditionsreichen Familienskigebietes aber alles andere als sicher. Mit Initiativen wie „Rettet das Skigebiet Gaissau-Hintersee“ etwa, versuchten die Hinterseer und Gaissauer ihr Skigebiet zu retten. Nach langen Verhandlungen wurden die Bergbahnen im Jahr 2011 schließlich von der Renwag Beteiligungs- und Vertriebs AG übernommen – eine Beziehung, die nicht lange halten sollte: Im Frühjahr 2014 zog sich die Renwag wieder zurück. Nur mithilfe eines chinesischen Investors gelang es schließlich, das Skigebiet weiter zu führen.

Die Renwag AG habe keine Motivation gehabt, in Modernisierungen zu investieren, kritisiert der neue Geschäftsführer Gernot Leitner: „Das Potenzial durch die Lage wurde nicht erkannt. Man muss seine Hausaufgaben machen, dann kann es eine langfristig positive Entwicklung geben“, erklärt Leitner. Deshalb sollen nun in einem ersten Schritt 13 Millionen Euro in den Bau einer Achter-Gondelbahn anstelle des Dreier-Sesselliftes in Hintersee investiert werden, ebenso wie in den Bau einer technischen Teil-Beschneiungsanlage. Die letzten Verhandlungen finden derzeit statt. Läuft alles nach Plan, kann bereits im Frühling mit den Bauarbeiten begonnen werden. In Zukunft will sich das Skigebiet auch weiterhin als „Familienskigebiet in urbaner Lage“ am Markt positionieren. Ein weiteres Ziel ist die ganzjährige Nutzbarkeit: In den Sommermonaten soll Gaissau – Hintersee Anlaufstelle für Mountainbiker und Wanderer sein. Seit Ende Jänner ist außerdem der neue, 600 Meter lange Snowpark geöffnet.

Im Gegensatz zu den großen Verlusten im Winter 2013 / 2014, sorgen die Zahlen der heurigen Saison für vorsichtigen Optimismus: „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen und konnten ab 30. Dezember fast durchgehend im Vollbetrieb fahren. Einige Tage während der Weihnachtsferien waren wir mit über 5.000 Gästen sogar voll.“ Optimistisch zeigte sich auch Gaissaus Bürgermeister Andreas Ploner. Durch den Freestyle Ski Europacup habe man ein deutliches Zeichen in der Positionierung des Skigebietes gesetzt. „Wir wollen uns als qualitativ hochwertige Gastgeberregion vorstellen“, erklärt Ploner.

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