Da, wo die Berge sind

Da, wo die Berge sind

Am 14. Oktober erschien sein neues Album „Bergsinfonie“. Erreicht hat er schon viel, ans Aufhören denkt er aber noch lange nicht! DIE TENNENGAUERIN traf den charismatischen Tiroler zum Gespräch.
 Ein Artikel von Marion Flach

Fotos: www.kaindl-hoenig.com

Das neue Album hat den Titel „Bergsinfonie“. Welche Bedeutung haben die Berge für Sie?

Ganz eine wichtige. Überhaupt hat unser Landl, Österreich mit den neun Bundesländern, so viele schöne Sachen zu bieten. Die Berge sind für mich kraftvoll, brutal, wild, schön, stark – alles in Verbindung.

Fühlen Sie sich nur in den Bergen wirklich zu Hause oder kann man sich im Flachland auch wohl fühlen?

Ich bin lieber in den Bergen. Ich brauche die Berge und fühle mich in der Stadt auch nicht wohl. Man muss zwar oft in die Stadt, aber am liebsten fahre ich wieder heim. Die Berge sind für mich einfach mein Daheim.


Welche Bedeutung hat „Daheim“ für Sie?

Daheim ist da, wo ich jetzt mit meiner Familie lebe, wo ich mich auskenne, wo ich die Leute kenne, wo ich weiß: Da bin ich aufgehoben, da fühle ich mich wohl! Ich glaube, jeder kann sich glücklich schätzen, wenn er sagen kann, dass er ein Daheim hat. Und deshalb muss man es auch schützen und pflegen. Man muss aufpassen, dass man’s nicht für selbstverständlich ansieht.

Sie sind mehr oder weniger auf Skiern groß geworden. Welche Parallelen sehen Sie zwischen Sport und Musik?

Es gibt gewisse Parallelen, alleine schon hinsichtlich Kondition, Konzentration, Disziplin und der Art, wie man auf der Bühne präsentiert – genauso wie beim Schifahren.

Inwieweit kommt Ihnen da der Sportlergeist zugute?

Der Sport hat mich sicherlich geprägt, ja absolut. Ich habe im Sport viel gelernt: den Umgang mit Erfolg und mit Niederlagen. Es ist schon etwas Schönes, wenn man seine Erfahrungen kombinieren kann – zuerst im Sport und jetzt beim Singen, wunderbar.

Wie viel Zeit haben Sie jetzt noch, um Sport zu machen?

Doch relativ viel. Also, immer wenn es geht, geh ich hinaus. Ich brauch ja nur vor die Haustür zu gehen und kann schon Sport machen. Ein bisschen Tennis, ein bisschen Golf spielen. Schifahren gehe ich natürlich auch!

Das heißt, es ist Ihnen immer noch wichtig, dass Sie Sport machen?

Ja, absolut, weil man wieder ein bisschen auftanken kann, wenn man in Städten unterwegs ist, wo man sich nicht wohl fühlt, wo man in Betonbunkern sein muss, obwohl man lieber irgendwo in einer Holzhütte oder auf einem Berg wäre.

Sie waren als Schifahrer sehr erfolgreich und jetzt seit über 20 Jahren als Sänger. Wie wichtig ist Ihnen Erfolg?

Was heißt wichtig? Schön ist es, wenn er da ist. Aber es gibt wichtigere Sachen im Leben! Wenn man etwas macht und damit Erfolg hat, ist das umso schöner. Man arbeitet darauf hin, jeder versucht, das Beste zu machen. Aber man ist halt auch abhängig von den Fans…

Wie messen Sie, ob Sie erfolgreich sind?

Ich glaube, wenn man Musik macht, ganz egal welche Musik – ob das jetzt Klassik, Jazz, Volksmusik, Schlager, Rock ’n’ Roll oder was auch immer ist –, wenn du irgendwo Resonanz bekommst, wenn du spürst, die Leute haben deine Musik gerne, dann ist das schön. Und Erfolg ist auch eine Bestätigung für das, was man macht! Jeder hat seine Lieblinge, jeder hat seine Vorlieben für gewisse Musik. Ich bin in meiner Musik daheim, da fühle ich mich wohl, da stehe ich dahinter. Und es ist schön, wenn ich spüre, dass die Leute a Gaudi haben.

Was hören Sie privat so?

Alles Mögliche. Unter anderem natürlich auch die Musik, die ich mache. Die 60er, 70er, 80er Jahre sind auch schön. Blues, Soulmusic, … alles Mögliche.

Foto: Kerstin Joensson

Was ist für Sie ein guter Tag?

G‘sund aufsteh‘ – g‘sund hoamgeh‘ – schlofen geh‘.

Ein schöner Tag.

Und dazwischen?

Es gibt so viele schöne Dinge, jeder hat seine unterschiedlichen Vorlieben. Wenn das Singen erfolgreich war, ist es ein guter Tag. Wenn schönes Wetter ist, man es genießt, in der Sonne liegt, ist es ein schöner Tag. Wenn es jetzt zum Beispiel den ganzen Tag regnen würde, legst du dich ins Bett, schaust fern – das ist auch ein schöner Tag in gewisser Weise. Ich teile Tage nicht ein, sondern ich bin dankbar, dass ich jeden Tag leben kann!

Das heißt, Sie sind auch mit sich und Ihrem Leben im Reinen.

Mehr oder weniger, ja.

Was ist Ihr Geheimnis, nach über 20 Jahren immer noch Spaß daran zu haben, was man tut?

Geheimnis gibt es keines. Ich habe mir die Challenge ausgesucht. Ich habe damals das Angebot bekommen und eben verstanden, das Glück am Schopf zu packen und etwas daraus zu machen. Natürlich habe ich auch meine Leute um mich herum, die mir helfen, die mich begleiten. Aber im Endeffekt bist du alleine auf der Bühne oben, alleine vor dem Fotoapparat oder der TV-Kamera und du musst dich selber so zeigen, wie du glaubst, dass es für die Leute draußen gut ist. Im Endeffekt entscheiden ja dann die Fans, ob sie dich mögen oder nicht.

Was war der absolut spannendste Auftritt, den Sie jemals hatten?

Solche Fragen sind schwer zu beantworten, weil: Was ist spannend? Solche Fragen stellen sich bei mir eigentlich nie, darum kann ich das auch gar nicht beantworten. Es hat interessante Momente gegeben, es hat traurige Momente gegeben, es hat tolle Sachen gegeben, aber spannend… weiß ich jetzt nicht.

Sie machen seit längerem schon Werbung für VitaTherm und da merkt man richtig, Sie können über sich selbst lachen. Ist das nur der Eindruck oder stimmt das?

Brauchst an Föhn? (alle lachen)

Wie wichtig ist Ihnen Humor?

Wichtig, ganz wichtig. Ich glaube, es gibt nichts Schöneres, als wenn man über sich selber lachen kann. Ich habe immer gerne gelacht!

Welche Zukunftspläne haben Sie?

Es gibt viele Konzerte, die wir planen. Außerdem wird es 2018 wieder eine Tournee geben. Im Oktober 2017 gehen wir im fünfzehnten Jahr auf Fanreise. Eine Woche lang haben wir dann wieder ein Hotel ganz für uns alleine.

Foto: Hansi Hinterseer

Dass er Humor hat, beweist Hansi Hinterseer auch in der Werbung.

Hansi Hinterseer wurde am 2. Februar 1954 in Kitzbühel geboren. Als Sohn des erfolgreichen Schirennläufers Ernst Hinterseer schien sein Weg von Anfang an vorbestimmt zu sein. So wurde auch Hansi ein erfolgreicher Sportler und feierte sechs Weltcupsiege im Slalom und Riesenslalom. Seit 1994 ist er auf den großen Schlagerbühnen zu Hause. Weit über fünf Millionen verkaufte Tonträger und unzählige Auszeichnungen stehen bei ihm zu Buche. Sein neues Album ist von seiner Verbundenheit zu den Bergen und zur Natur geprägt. Hansi Hinterseer ist seit 1986 mit seiner Frau Ramona verheiratet und hat zwei Töchter – Jessica und Laura.

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